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19. bis 23. September 2016 in Augsburg

Wie wollen wir leben?
Ideen, Visionen, Konzepte für eine bessere
lokale Wirtschaftsberichterstattung

Für eingeloggte Nutzer gibt es hier den Seminarreader als PDF-Download.

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Modellseminar für Lokaljournalisten und -journalistinnen von Tageszeitungen


Verständlichkeit, Lebensnähe und Relevanz. Eigentlich selbstverständliche journalistische Tugenden. Doch im redaktionellen Alltag mit den ewig gleichen Terminen, Pressekonferenzen, Bilanzen und Geschäftsberichten bleiben sie schon einmal auf der Strecke. Das große Ganze gerät aus dem Blickfeld. Dabei geht Wirtschaft uns alle an. Und vor Ort gibt es viele Akteure, deren Wirken sich bestens dazu eignet, Zusammenhänge – auch globale – verständlich zu machen. Dasselbe gilt für die komplexen Prozesse der Digitalisierung, die unsere Arbeitswelt verändern – Stichwort „Industrie 4.0“. Eine gute Ausgangslage also für Lokalredaktionen. Sie haben es in der Hand, neue Wege zu gehen, um die gesellschaftlich relevanten Wirtschaftsthemen für ihr Publikum greifbar zu machen. Und mit dem passenden Konzept können sie Themen selbst setzen, statt ihnen nur hinterherzulaufen.

Die regionale Ausrichtung der Lokalzeitung ist dabei Chance und Gefahr zugleich: Denn gerade beim Thema Wirtschaft sind die Grenzen zwischen Werbung und redaktioneller Arbeit fließend. Beim Modellseminar werden Konzepte entwickelt, mit denen es gelingt, die lokale Identität auch in der Berichterstattung über Wirtschaft in den Mittelpunkt zu rücken – ohne sich dabei anzubiedern. Moderne Erzählformate und Rechercheleitfäden für die Praxis werden erarbeitet. Inputs und Diskussionen bereiten den Boden für neue Ideen und Herangehensweisen – damit Wirtschaftberichte Leser und User begeistern: verständlich, lokal und alltagstauglich.
Berthold L. Flöper

Hier gibt es den Flyer als PDF.

Arbeitsgruppen

AG 1 Industrie 4.0
Wie vernetzt ist die Wirtschaft?


Unternehmen befinden sich in einem dramatischen Wandel. Die vernetzte Produktion macht die Maschine zum gleichwertigen „Kollegen“ des Facharbeiters. Gleichzeitig steigt für diesen der Qualifikationsdruck. Auf der anderen Seite vernetzen sich Firmen zunehmend auch vor Ort. Sie bilden mit Hochschulen Kompetenzcluster, tauschen Dienstleistungen und Know-how aus. Für Lokalredaktionen wird es immer schwieriger, diese Veränderungen und ihre Hintergründe zu erkennen. Die Arbeitsgruppe 1 will Transparenz schaffen und nach Wegen suchen, wie auch im Redaktionsalltag und ohne spezifisches Fachwissen anschaulich und lesernah über „Industrie 4.0“ berichtet werden kann.


AG 2 Global denken, lokal handeln
Wie die Zeitung zum lokalen Player wird


Total global oder radikal lokal? Wie und wo finden wir die wirklich spannenden Themen in unserer Stadt? Sind es die internationalen Wirtschaftstrends, die High-Tech-Industrie, Start-up-Unternehmen, Handwerk oder der Einzelhandel um die Ecke, die die besten Geschichten bieten? In dieser Arbeitsgruppe sollen Strategien gesucht werden, wie wir es schaffen können, den Trends nicht hinterherzulaufen, sondern die Wirtschaftsthemen in unserer Region täglich selbst zu setzen. In einer rund um die Uhr vernetzten Welt werden die Stärken vor Ort oft übersehen. Wir wollen sie suchen und Themen und Konzepte entwickeln, die Regionalität und lokale Identität in den Mittelpunkt stellen.


AG 3 Mit Zahlen spielen
Wie Wirtschaft für Leser sexy wird


Über Wirtschaft so zu berichten, dass es Leser fesselt, ist eine der größten lokaljournalistischen Herausforderungen. Im täglichen Redaktionsstress fehlt es oft an Ideen, um Zahlen und Bilanzen auch für Wirtschafts-Laien verständlich aufzubereiten und ihnen Leben einzuhauchen. Wir lernen von Blogs, Illustratoren und multimedialen Vorbildern, wie wir lokale Wirtschaft auf allen journalistischen Verbreitungskanälen emotional, humorvoll und kreativ gestalten. In der Arbeitsgruppe sollen gemeinsam innovative Erzählformate für klassische Wirtschaftsthemen erarbeitet werden, die sich auch mit wenig Zeitaufwand umsetzen lassen. 


AG 4 „Aber wir inserieren doch bei Ihnen …“
Wo endet Service, wo beginnen Werbung und PR?


Wirtschaft und Einzelhandel sind noch auf die lokalen Medien angewiesen. Für diese wiederum sind Nachrichten aus der Geschäftswelt, sind Mitteilungen aus den Firmenzentralen relevante Inhalte. Doch im Redaktionsalltag sind die Grenzen zwischen Inhalt und Werbung schwer zu ziehen. Fordernde Geschäftsleute und geschickte Pressesprecher
loten stets aufs Neue aus, wie weit sie die für sie günstigsten Informationen ins Blatt bekommen. Der alltägliche Konflikt zwischen journalistischem Anspruch und Wirklichkeit – zwischen Kompromiss und Glaubwürdigkeit – kostet die Redaktion Kraft. Wir wollen herausfinden, wie es gelingen kann, im hochkomprimierten Tagesgeschäft
dennoch seine Integrität als Journalist zu wahren.

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung / bpbFachbereich Multimedia / Journalistenprogramm Fachbereich Multimedia / Journalistenprogramm
und deren Projektteam Lokaljournalisten (PLJ)


Seminarleitung
Berthold L. Flöper,
Leiter des Lokaljournalistenprogramms der bpb
Yvonne Backhaus-Arnold, Hanauer Anzeiger

Arbeitsgruppenleitung
Dirk Baldus, Die Glocke, Oelde
Britta Bielefeld, Göttinger Tageblatt
Sarah Brasack, Kölner Stadt-Anzeiger
Ralf Freitag, Lippische Landes-Zeitung, Detmold

Dokumentation
Michael Bechtel, Freier Journalist, Bonn

Zielgruppe
Das Modellseminar richtet sich vor allem an Lokalredakteurinnen und Lokalredakteure sowie feste freie Journalistinnen und Journalisten von Tageszeitungen.

Konzept
Dieses Seminar der Bundeszentrale für politische Bildung/ bpb ist als Modellseminar konzipiert. In fünf Tagen hören die Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten Vorträge, diskutieren mit Experten und bringen eigene Erfahrungen aus der Tageszeitung ein. In den Arbeitsgruppen erarbeiten sie praxisnahe Konzepte. Die Modellseminare sind ein wichtiger Bestandteil des Lokaljournalistenprogramms der bpb.


Kosten

Die Seminargebühr beträgt im Normalpreis 140 Euro und für drehscheibe-Abonnenten 110 Euro. Sie ist am Anreisetag zu bezahlen. Die Verpflegungs- und Übernachtungskosten übernimmt der Veranstalter. Fahrtkosten werden nicht erstattet.

Tagungsort
Haus Sankt Ulrich
Kappelberg 1
86150 Augsburg
Tel +49 (0)821 3152-0
Fax +49 (0)821 3152-263
info@haus-st-ulrich.de
www.haus-st-ulrich.de


Tagungsorganisation
Alexandra Richrath
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
FBE – Multimedia / Journalistenprogramm
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515-547
Fax +49 (0)228 99515-498
alexandra.richrath@bpb.de

Live-Blog
Fabian Scheuermann
Bundeszentrale für politische Bildung / bpb
FBE – Multimedia / Journalistenprogramm
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515-206
Fax +49 (0)228 99515-498
fabian.scheuermann@bpb.bund.de


Noch Fragen zum Seminarinhalt?
Berthold L. Flöper
floeper@bpb.de
www.bpb.de/lokaljournalistenprogramm
www.drehscheibe.org

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