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Uwe Ralf Heer ist Chefredakteur der Heilbronner Stimme.

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„Ein 360-Grad-Rundumblick über die Region“

Seit viereinhalb Jahren beleuchtet Uwe Ralf Heer, Chefredakteur der Heilbronner Stimme, einmal in der Woche die Themen der Region in seinem Videoblog „360 Grad“. Das Video erscheint immer donnerstags auf www.stimme.de und freitags als Artikel in der Heilbronner Stimme, der Hohenloher Zeitung und der Kraichgau Stimme. Am 15. Dezember feierte das Format ein besonderes Jubiläum: Die 200. Folge erschien. Die drehscheibe sprach mit einem Chefredakteur, der sich schon mal in ungeahnte Höhen aufschwingt.

Ein Chefredakteur in den Bäumen (Mitte rechts). Wenn Sie auf das Bild klicken, gelangen Sie zu stimme.tv

 Herr Heer, die 200. Folge des Videoblogs „360 Grad“ zeigt einen Chefredakteur, der abhebt. Sie führen uns in luftige Höhen, und zwar in den neuen Waldseilgarten in Weinsberg. Soll dieser Ausflug auch symbolisch für die journalistischen Höhen stehen, die dieser Blog bisweilen erreicht hat?


Wenn dem so wäre, wäre es ja sehr schön. Aber wir bleiben trotz aller Höhenluft bodenständig. 360 Grad ist kein Fernsehen, sondern ein regionaler Web-TV-Blog – das Ganze bewusst schwäbisch eingefärbt. Um ehrlich zu sein, wurde ich im Waldseilgarten überrumpelt und musste dann eben klettern – aber die Location passt zu unserem Anspruch, einen 360-Grad-Rundumblick über die Region zu bieten. Optisch und thematisch ist das Woche für Woche unser Ziel.


Was ist das Erfolgskonzept von „360 Grad“?


Zum einen sind es die teilweise spektakulären oder exklusiven Drehorte, die den Usern neue und unbekannte Einblicke bieten. Zum anderen erfahren die Zuschauer immer schon am Donnerstag den Inhalt meiner Regional-Kolumne, die freitags im Blatt steht.


Was waren die spektakulärsten Folgen der vergangenen viereinhalb Jahre?


Die Folge in einer frei schwebenden Malergondel in 120 Meter Höhe an einem Kühlturm war schon besonders spannend. Aber auch die Aufnahmen während einer laufenden Operation verlangten eine gewisse Konzentration, zumal der Text nicht von Tafeln oder dem Teleprompter abgelesen wird. Spektakulär waren zudem unter anderem die Drehs während einer Achterbahnfahrt, in einer Gaskugel, während der Abrissarbeiten eines Silogebäudes, in Freizeitparks und Volksfesten, auf Großbaustellen oder in luftiger Höhe in einem Heißluftballon.


Wie groß ist der Aufwand für diesen Videoblog, was Kosten, Zeit und Personal betrifft?

 

Wir drehen immer eine knappe Stunde lang. Dabei werden fünf verschiedene Einstellungen gefilmt, entsprechend den fünf Textblöcken der Kolumne. Wobei die Drehorte vor allem als Hintergrund dienen. Mit dabei ist immer meine Assistentin Sarah Fulte, die die Planung übernimmt, sowie ein Kollege von Stimme-TV, der für Dreh, Schnitt und Musik-Nachvertonung verantwortlich ist – meistens ist dies Stimme-TV-Chef Manuel Maier. Die Kosten sind überschaubar: Sie sind im Gehalt der Kollegen inklusive – eine typisch schwäbische Lösung also.


Wie viele Leute schauen sich diese Videos in der Woche so an?


Das ist sehr unterschiedlich. Mindestens 600 Menschen, bei Spitzenvideos erreichen wir schon mal mehr als 1500 User.


Wie lange kann man so einen Blog betreiben? Geht einem da nicht irgendwann die Puste aus?

 

Eigentlich sollte nach 50 Videos Schluss sein. Da aber die Quote stabil blieb, haben wir weitergemacht. Die Herausforderung ist, immer wieder neue Drehorte zu finden – nach 200 Folgen fällt das nicht immer leicht. So lange der Videoblog angeschaut wird, wollen wir weitermachen. Wobei das größte Problem ist, eine Lücke im Terminkalender zu finden. Denn eigentlich hat ein Chefredakteur ja anderes zu tun – deshalb ist der Drehbeginn sehr zur Freude meiner Mitarbeiter oft genug schon früh morgens vor 8 Uhr oder in der Mittagspause.


Interview: Stefan Wirner

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