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Tim Fischer und Kim Bierbrauer sind freie Mitarbeiter bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Tim Fischer und Kim Bierbrauer

„Etwas kontrovers muss es sein“

Tim und Kim machen das Kinomagazin „Spätvorstellung“, das wöchentlich als Video auf der Webseite der HAZ erscheint. In jeder der rund drei Minuten langen Folgen besprechen die beiden Kinofans einen aktuellen Film direkt im Kino vor laufender Kamera. Bisher sind knapp 80 Folgen erschienen. Zu sehen ist die Reihe unter www.haz.de/kinomagazin

Warum gehst Du eigentlich so gern mit Kim in die Spätvorstellung, Tim?

Kim und ich sind Kinofans von kleinauf. Das war schon immer ein Hobby und Freizeiterlebnis für uns. Bei der Spätvorstellung herrscht im Kino eine schöne Atmosphäre und danach können wir in Ruhe unsere Filmkritik machen.

Das heißt, Ihr dreht direkt nach dem Film Euer Webvideo-Magazin „Spätvorstellung“, in dem Ihr den Film dann besprecht?

Ja, wir schauen uns donnerstags regulär zum Filmstart einen Streifen an und drehen unsere Filmkritik direkt im Kino.

Rein improvisiert? Das sieht man der Reihe gar nicht an.

Sagen wir, zu 80 Prozent improvisiert. Wir sammeln unsere Eindrücke und machen ein paar Notizen. Das dauert nicht länger als eine halbe Stunde. Dann geht es los mit dem Dreh.

Und wer filmt?

Das machen wir selbst. Die Kamera kommt aufs Stativ, wir richten Bild und Ton ein und fangen an. Zuerst kommt die Anmoderation und eine kurze Inhaltsangabe und dann zwei Hauptteile, zwischen die wir später Trailerauszüge schneiden. In einer Stunde haben wir das im Kasten.

Jede Folge endet mit einem Gag, in dem Ihr auf den Film Bezug nehmt und teils auch Requisiten verwendet. Wird das später gedreht?

Nein, das machen wir auch gleich mit. Wir sehen uns im Vorfeld die Trailer an und überlegen, was wir davon adaptieren können. Die Requisiten nehmen wir dann mit ins Kino.

Wie kam es denn überhaupt zu dem Video-Magazin?

Ich bin seit 2008 als freier Mitarbeiter bei der HAZ und habe immer wieder mal Kinokritiken geschrieben. Kim kam im Sommer 2009 als Praktikant in die Redaktion und schlug vor ein Webvideo-Format mit Filmkritiken zu machen. So haben wir dann ein lockeres Konzept entwickelt.

Wie ist die Resonanz auf die Reihe?

Inzwischen bekommen unsere Filme bis zu 1.000 Klicks, was im Verhältnis zu anderen Webvideos bei der HAZ relativ viel ist. Letztlich ist es aber immer davon abhängig, wie groß der besprochene Film von den Medien abgefeiert wird.

Die Punkte für die Filme vergibst am Ende jeder Folge immer Du. Hat Kim da kein Mitspracherecht?

Kim ist kein Fan von Punktbewertungen, sondern zieht sein Fazit immer mit ein paar Sätzen. Letztlich liegen wir aber auch gar nicht so weit auseinander, was unsere Einschätzung angeht. Aber etwas kontrovers muss es schon sein. Das macht ja auch den Reiz aus.

Interview: Jan Steeger

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