drehscheibe.org > Themen > Interviews > Interview mit Thomas Kloss zur WAZ-App

Interviews

Thomas Kloß ist Online-Chefredakteur der WAZ.

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„Die Print- und Onlinewelt wächst bei uns zusammen“

Eine App, drei Lokalteile – so könnte man das Prinzip der neuen WAZ-App-plus auf den Punkt bringen. Die Nutzer können mit der Anwendung auf drei aus insgesamt 23 Lokalausgaben zugreifen. Die App setzt außerdem auf multimediale Inhalte wie Videos und Fotos und vor allem auch auf den Sportteil. Die drehscheibe sprach darüber mit Thomas Kloß, dem Online-Chefredakteur der WAZ.

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Was bewog Ihren Verlag, mit einer neuen App auf den Markt zu kommen?

 

Langfristig glauben wir an das Thema Tablet und sehen eine große Chance, dort unsere Inhalte zu verkaufen.  Der Markt muss sich aber noch entwickeln, wir stehen da noch am Anfang. Wir bauen jetzt Strukturen auf, in der Redaktion, der Technik, der Vermarktung, um dann gleich vorne mit dabei zu sein, wenn der Markt anzieht.

Nach Verlagsangabe handelt es sich um ein Kombi-Angebot aus Print- und Online-Inhalten. Können Sie das Prinzip kurz beschreiben?

 

Die Print- und Onlinewelt wächst bei uns zusammen. Unsere fast 600 Redakteure arbeiten für verschiedene Ausgabenkanäle. Das wird bei unseren Onlineauftritten in NRW deutlich, das sieht man nun ebenso stark in der WAZ-Plus-App. Schon aus diesem Grund ist das ein Kombi-Angebot. Darüber hinaus erinnert die App vom Aufbau her sehr an eine Zeitungsausgabe. Sie hat einen Anfang und ein Ende, es gibt eine Ressortstruktur, in der sich unsere Leser schnell und intuitiv zurechtfinden. Und: Wir nutzen alle Möglichkeiten, um die Artikel multimedial aufzuarbeiten und einen Mehrwert zu Print zu liefern: Fotostrecken, Videos, Grafiken, weiterführende Links, den direkten Kontakt zur Redaktion über die Kommentarfunktion.

Die User können bei der App täglich drei aus 23 Lokalteilen auswählen. Wie funktioniert das?

Im Revier gibt es Leute, die beispielsweise in Essen wohnen, in Bochum arbeiten und deren Eltern in Hattingen leben. Wir sind eine riesige Pendlerregion. Deshalb interessieren sich viele für mehrere Lokalteile. Dem tragen wir Rechnung. Wer die WAZ-Plus-App herunterlädt, wird gleich am Anfang gefragt, welche Lokalteile er beziehen möchte. Eins, zwei, drei: Diese Auswahl wird gespeichert, lässt sich aber jederzeit über den Menüpunkt Einstellung ändern. 



 

Welche Rolle spielen lokale Inhalte bei der App insgesamt?

Wir setzen generell auf lokale und regionale Inhalte – und das auf allen Ausgabekanälen. Die WAZ-Gruppe ist mit ihren Zeitungen in NRW an über 90 Standorten vertreten, das ist unser Spielfeld, auf dem wir schwer zu schlagen sind. Wir wissen sofort, wenn es einen großen Unfall gegeben hat, wenn der Bürgermeister Mist baut oder das hiesige Bauvorhaben mal wieder viel teurer wird als geplant. Das Lokale ist unser Alleinstellungsmerkmal, hier können wir uns unterscheiden und nah am Menschen sein mit unserer Berichterstattung. Und wenn ich an eine Bezahlschranke Online denke: Es sind lokale und regionale Inhalte, für die wir Geld verlangen können.

 

Wichtig ist Ihnen bei der App auch der Sport. Über den Menüpunkt „Meine Vereine“ können User gezielt nach Neuigkeiten zu ihrem Lieblingsclub suchen. 


 

Es gibt keine vergleichbare Fußballregion in ganz Europa. Dortmund, Schalke, Bochum, Duisburg und, und, und. Wir versorgen unsere Leser mit schnellen Nachrichten ebenso wie mit gut recherchierten Hintergründen über ihre Lieblingsvereine. Und Sie sehen: Auch das sind wieder regionale Themen.

Was ist Ihrer Ansicht nach das Zukunftsweisende der App?

Ich glaube, wir haben ein schönes und sehr wertiges Produkt entwickelt und damit den Startschuss für eine Entwicklung gegeben, die nicht mehr aufhören wird. Der technische Fortschritt wird den Redaktionen mehr Möglichkeiten einräumen, die Inhalte zu präsentieren, wir werden eigene Erzähl- und Darstellungsformen entwickeln. Das ist für jede Redaktion eine spannende Herausforderung.


Interview: Stefan Wirner

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