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Interviews

Philipp Ostrop ist Redaktionsleiter der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten.

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„Wir haben uns nicht im offiziellen Medientross bewegt“

Es hat nicht ganz gereicht für Borussia Dortmund. Sieger im Champions-League-Finale wurden die Bayern. Und das trotz der großen Unterstützung, die der BVB aus seiner Heimat erhielt. Von den Ruhr Nachrichten zum Beispiel. Die große Tageszeitung aus Dortmund war sogar mit einer eigenen Delegation aus Redakteuren und Mitarbeitern in London, um von dort zu bloggen und zu berichten. Wie das funktioniert hat – lokal in London – das wollten wir von Philipp Ostrop wissen, Redaktionsleiter der Stadtredaktion Dortmund des Blatts.

Berichteten live aus London - die Ruhr Nachrichten.

Herr Ostrop, Sie haben das Lokale nach London verlagert. Wie sah Ihre ausgelagerte Lokalredaktion aus? Wie viele Kollegen waren dabei?


Wir sind am Dienstag vor dem Spiel mit drei Redakteuren und einem freien Videojournalisten nach London geflogen. Ab Freitag waren auch unsere beiden Sportredakteure, die sich schwerpunktmäßig um den BVB kümmern, sowie eine weitere Kollegin in London – insgesamt also sieben Reporter. Dazu kam noch ein Marketing-Team. Vielen Dank an die Kollegen von der dpa, die uns freundlicherweise einen Schreibtisch in ihrem Londoner Büro mitten in Westminster zur Verfügung gestellt haben. Dort habe ich gearbeitet und als Editor die Londoner Lokalreporter koordiniert. Außerdem hatten wir eine Ferienwohnung mit Wlan. Die „Operation Finale“ war insgesamt allerdings noch ein bisschen komplexer, da natürlich auch zu Hause ordentlich was los war. In Dortmund herrschte Ausnahmezustand, bei den Public Viewings waren 45.000 Leute.

Wie lokal war Ihre Berichterstattung wirklich? Sind Sie hinausgegangen in die Stadt und haben Eindrücke eingefangen?


Von vornherein war klar: Der BVB würde in London ein Heimspiel haben, so viele Dortmunder Fans wollten sich auf den Weg in die englische Hauptstadt machen. Ein paar Tausend Fans wollten auch ohne Ticket anreisen und das Spiel in den Pubs gucken. Aus London haben wir deshalb auch mit Blick auf diejenigen Leser berichtet, die im Laufe der Woche herüberfliegen oder -fahren würden. Also mit viel Service.

Die „Lokalredaktion London“ hat täglich eine Print-Seite geliefert, zusammen mit unserer üblichen täglichen BVB-Seite und einer weiteren Sportseite haben wir unsere Leser täglich mit drei Print-Seiten auf das Jahrhundertspiel eingestimmt. Außerdem haben wir von Dienstag bis gestern in einem Liveblog berichtet. Nicht nur wir aus London, auch die Kollegen aus der Sportredaktion und der Lokalredaktion Dortmund haben dort reingepostet.

Wie präsent war Dortmund in London? Gibt es dort zum Beispiel auch BVB-Kneipen?


Naja, es gibt ein paar deutsche Kneipen. Die platzten natürlich am Samstag aus allen Nähten. Präsent in London war vor allem der BVB als Verein und Marke: Im Gegensatz zu Bayern München hat Borussia Dortmund die Gelegenheit genutzt und mit guten Marketingaktionen auf sich aufmerksam gemacht. Das hat viele Sympathien gebracht.

Sie haben sich ja in einem gewaltigen Medientross bewegt. Rund 2.400 Medienleute sollen da gewesen sein. Bekommt man da überhaupt noch etwas Originäres mit von der Stadt und dem Spiel?


Genau deshalb haben wir uns eben nicht in dem riesigen offiziellen Uefa-Medientross bewegt, sondern die Idee der Lokalredaktion London verwirklicht. Wir konnten unser eigenes Ding machen. Meine Lokalkollegen und ich waren nicht für das Spiel akkreditiert. Während des Spiels hatte die Lokalredaktion London frei. Wir waren im Stadion, aber privat. Und hatten die Tickets gekauft.

Wie finden Sie das Endergebnis – ihrer Berichterstattung und des Spiels?


Ach, mit dem Spielergebnis können wir aus Dortmunder Sicht natürlich nicht zufrieden sein. Was die Berichterstattung angeht, haben wir in der Kürze der Zeit noch gar keine abschließende Bilanz gezogen. Aber das Paket kann sich sehen lassen, denke ich. Fünf Tage Liveblog fast rund um die Uhr, zwei Sonderausgaben (wovon wir eine sogar in London gedruckt haben!), mehrere Sonderbeilagen, Newsletter, Fotostrecken, Social Media, Videos – und 16 Seiten über das Finale in der Zeitung. Mehr geht nicht, glaub ich.



Interview: Stefan Wirner


Kontakt:

Philipp Ostrop
E-Mail: Philipp.Ostrop@ruhrnachrichten.de


Veröffentlicht am 27. Mai 2013

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