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Georg Konstantinow leitet das Projekt „Jugend, Bildung und Medien“ des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags.


„Ohne Tablets keine jungen Leser“

Schüler für digitale Zeitungen begeistern – diese Idee steht hinter dem Projekt „iPad-Leseecke“ des Schleswig Holsteinischen Zeitungsverlags (shz). 25 Schulen in Schleswig Holstein sind inzwischen mit den Geräten ausgestattet. Die Schüler können hier tagesaktuell alle Ausgaben des Verlags lesen. Wir sprachen mit Georg Konstantinow, dem Leiter des Projekts.

Herr Konstantinow, die iPad-Leseecke ist Ihr neuestes Projekt. Vorher gab es bereits die iPad-Klassen und das iPad-Forum. Wie kam es zu diesen Ideen?

 

Die Projekte „iPad-Klasse“ und „iPad-Leseecke“ sind Weiterentwicklungen unserer Print-Projekte „Zisch–Zeitung in der Schule“ und „Zeitung in der Kindertagesstätte“. Wir wollten sie ins digitale Zeitalter übersetzen und dabei die digitalen Möglichkeiten voll auszunutzen.

Das erste Projekt war die iPad-Klasse. Worum ging es dabei?

 

Das Projekt iPad-Klasse begann im November 2012. Wir haben Schulen mit iPads ausgestattet und für die entsprechenden Klassen begleitende Workshops angeboten. Die Weiterentwicklung war die iPad-Klasse on Tour – Workshops an Schulen zur Förderung der Medienkompetenz. Da ging es um Themen wie Internetrecherche oder den Urheberrechtsschutz. Ein weiteres von uns entwickeltes Format ist das iPad-Forum, ein Diskussionsforum für Lehrer und Pädagogen, auf dem sie sich über ihre Erfahrungen mit iPads an Schulen austauschen können.

Seit Ende 2013 gibt es nun die iPad-Leseecke. Wie genau funktioniert das Projekt?

 

Im Flur oder Lehrerzimmer der teilnehmenden Schule wird eine iPad-Säule aufgestellt, auf dem tagesaktuell alle Lokalausgaben des Schleswig-Holsteinischen Verlags abrufbar sind. Derzeit gibt es diese Leseecken an 25 Schulen in Schleswig Holstein. Wir erreichen damit 15.000 Schüler.

Was erhoffen Sie sich als Verlag von dem Projekt?

 

Grundidee ist es, Kinder möglichst frühzeitig an das Zeitungslesen heran zu führen. Sie sollen lernen, dass Nachrichten auch unabhängig von Papier existieren. Denn da liegt die Zukunft der Zeitung. Es ist wichtig, dass wir als Verlag die digitale Entwicklung nicht abwarten, sondern die Chancen nutzen.

Wie werden die iPad-Leseecken finanziert?

 

Das Projekt ist eine Kooperation mit den örtlichen Volksbank- und Raiffeisenbanken. Sie finanzieren die Digital-Abos und die Ausstattung der Leseecken.

Wie wurden die Leseecken angenommen?

 

Sehr gut. Die Geräte werden eigentlich ständig genutzt. Genaue Zahlen gibt es aber nicht.

Gibt es auch Erkenntnisse darüber, welche Angebote, also welche Ressorts und welche Artikel, besonders von den Jugendlichen gelesen werden?

 

Derzeit noch nicht, das Projekt ist ja noch sehr jung. Für die Zukunft ist eine qualitative Auswertung aber definitiv denkbar. Wir haben das im Blick.

Sie sagen, Sie möchten Kinder an das digitale Zeitungslesen heranführen. Warum nicht an die gedruckte Zeitung?

 

Umfragen zeigen immer wieder, dass man junge Leser am besten über das Internet erreicht. Mit den Tablets schaffen wir also ein zusätzliches Angebot. Ohne die Tablets würde man viele junge Leser gar nicht erreichen. Es geht darum, in Zeiten von sinkenden Auflagen Leser zurückzuholen. Und das gelingt nur, indem man zielgruppengerechte Angebote macht. Unser Projekt zeigt dabei übrigens auch, dass man keine eigenen Kindernachrichten-Apps entwickeln muss. Kinder können gut mit der ganz normalen Tageszeitungs-App umgehen.



Interview: Sascha Lübbe

 

Kontakt:

Georg Konstantinow

Projekt Jugend, Bildung und Medien
sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co.KG

Tel.: 0461 – 808 20 52

E-Mail.: georg.konstantinow@shz.de

 

Zum Projekt „Zeitung in der Schule“

Zur Homepage des shz

 

 

Veröffentlicht am 17. Februar 2014

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