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Damian Schwickerath ist Stellvertretender Chefredakteur des Trierischen Volksfreunds.

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„Wir wollen die Lebenswirklichkeit in diesem Stück Kerneuropa abbilden“

Der Trierische Volksfreund und die Gruppe Editpress Luxemburg (Esch-sur-Alzette) geben seit Januar 2012 gemeinsam eine Zeitung heraus: DeLux. Die Zeitung mit Magazincharakter erscheint in einer Auflage von 70.000 Exemplaren und wird einmal im Monat kostenlos auf beiden Seiten der Grenzflüsse Mosel, Sauer und Our verteilt (PDF der Titelseite hier zum Herunterladen). Die Themen der Zeitung schlagen eine Brücke zwischen den lokalen Lebenswelten dies- und jenseits der Grenze. Die drehscheibe sprach mit Damian Schwickerath, dem Stellvertretenden Chefredakteur des Trierischen Volksfreunds, über das grenzüberschreitende Projekt.

Klicken Sie auf das Bild, um das PDF herunterzuladen.

 Herr Schwickerath, was ist das Ziel von DeLux?

 

Wir wollen mit DeLux die Lebenswirklichkeit der Menschen in diesem Stück Kerneuropa abbilden. Wir wollen Geschichten erzählen, über die vielen Gemeinsamkeiten, über die umstrittenen Themen, über Menschen die hier leben, wohnen, arbeiten, sich vergnügen. Nicht zuletzt wollen wir aber auch zeigen, wie schön es hier ist.


Man könnte das Konzept von Delux auch umschreiben mit den Begriffen: magazinig, binational, lokal. Funktioniert das in der Grenzregion? Gibt es genügend gemeinsame lokale Themen, die beide Seiten betreffen?


Es funktioniert ausgezeichnet, gerade in einer Grenzregion. Und das Letzte, wovor wir Angst haben, ist Themenmangel. Deutsche und Luxemburger machen vieles gemeinsam. Wir wissen sehr viel voneinander, aber längst noch nicht alles. Themen gibt es wie Sand am Meer. Denken Sie nur an die täglichen Pendlerströme, den Waren- und Dienstleistungsaustausch, den Kultur-, Gastronomie- und Ausflugstourismus und das alles auf relativ kleinem Raum. Da gibt es auf beiden Seiten der Flüsse Mosel, Sauer und Our noch jede Menge Schönes, Spannendes und Nutzwertiges zu entdecken.


Von den Verantwortlichen der beiden Medienhäuser wird das Projekt als „organisatorisch anspruchsvoll“ beschrieben. Inwiefern ist es das? Welcher Aufwand steckt dahinter?


Das fängt bei unterschiedlichen Redaktionssystemen und Standorten an, geht weiter mit nicht vergleichbaren internen und externen Strukturen bis hin zu teilweise sehr aufwendigen Recherchen etwa beim Vergleich von deutscher und luxemburgischer Wirklichkeit. Bei der Premiere haben wir manche Schwachstelle mit sehr viel Engagement und Optimismus wett gemacht. Das war für den Anfang sehr gut. Für die Zukunft müssen wir da allerdings noch einiges glätten. Unser Partner Editpress in Esch-sur-Alzette und wir in Trier arbeiten gemeinsam daran.


Wie viele Mitarbeiter befassen sich damit?


Die erste Ausgabe wurde auf beiden Seiten von je zwei Redakteuren betreut. Natürlich haben wir bei den Inhalten auch auf freie Mitarbeiter gesetzt. Um Layout und Produktion haben sich zeitweise insgesamt sieben Kollegen aus beiden Häusern gekümmert.

DeLux wird einmal im Monat kostenlos verteilt. Wie finanziert es sich?

Ausschließlich durch Anzeigenerlöse. Es hat 32 hoffentlich spannende Seiten im Berliner Format.

Gibt es schon erste Reaktionen?

Ja, die gibt es und sie sind ausschließlich positiv. Selbst das Auswärtige Amt in Berlin und der deutsche Botschafter in Luxemburg haben schon nach DeLux gefragt und Exemplare geordert.


Interview: Stefan Wirner

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