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Interviews

Claus Detjen ist Verleger des Haller Tagblatts.

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„Die Fusion bedeutet Kontinuität“

Das Kartellamt hatte es untersagt, der Bundesgerichtshof aber erlaubt es: Die Südwest Presse darf das Haller Tagblatt aus Schwäbisch Hall übernehmen. Das Gericht argumentierte damit, dass zwischen beiden Zeitungshäusern kein Wettbewerb und deshalb kein Grund für ein Verbot der Fusion bestehe. Claus Detjen, der Verleger des Haller Tagblatts, hatte vor Gericht für das Recht auf die Fusion gekämpft. Die drehscheibe fragte ihn nach seinen Beweggründen.

Herr Detjen, warum sind Sie sogar vor Gericht gezogen, um das Haller Tagblatt mit der Südwest Presse fusionieren zu können?


Um das Recht zu erstreiten, die wirtschaftlich und publizistisch von mir angestrebte Positionierung des Haller Tagblatts in seinem Markt für die Zukunft zu festigen. Dies geschieht am besten in der Vertiefung der seit Jahrzehnten bewährten Partnerschaft mit der Südwest Presse und der zu ihr gehörenden beiden Nachbarzeitungen im Kreis Schwäbisch Hall.

Was bedeutet dies praktisch für die Redaktion (z.B. Arbeitsabläufe, Ressortgestaltung, personelle Veränderungen etc.)?


Die Aufgabe der Redaktion verändert sich nicht. Sie ist den Lesern im lokalen Markt verpflichtet. Die Veränderungen, die erforderlich sind, resultieren nicht aus der Fusion, sondern aus den Bedingungen, die aus dem Umbruch von Kommunikationsfgewohnheiten, dem Wettbewerb mit den ungezählten, aus dem Internet auch in die lokalen Räume eindringenden Angeboten und den gesellschaftlichen Strukturverschiebungen herrühren. Die Arbeitsabläufe müssen crossmedialer werden, die Ressortgestaltung entspricht bei allen Partnern der Südwest Presse auf der lokalen Ebene der wachsenden Bedeutung der lokalen Verwurzelung und der Nähe zu den Lesern. Personelle Veränderungen als Resultat der Fusion sind nicht in Sicht, aus anderen Gründen nie auszuschließen.

Hängt der Wechsel von Frau Kurz, die bis vorkurzem noch Chefredakteurin des Haller Tagblatts war, mit der Fusion zusammen?

 

Nein.

Was bedeutet die Fusion für die Leser vor Ort (z.B. Veränderungen des Umfangs der Lokalberichterstattung, Qualitätssicherung etc.)?

 

Die Fusion bedeutet für die Leser vor Ort Kontinuität. Sie erhalten den gewohnten Mantel und den umfangreichen Lokalteil, den wir in den letzten Jahren in Übereinstimmung mit den Partnern in der Südwest Presse ausgebaut haben. Qualitätssicherung ist eine tägliche Aufgabe jeder Redaktion und jedes Verlags. Ihr kommt eine hohe Bedeutung zu, die ich gerade in der Fusion mit dem größeren Verlag am besten gewahrt sehe.

Wo sehen Sie das Haller Tagblatt in fünf Jahren?

 

Bei seinen Leserinnen und Lesern, seinen Anzeigenkunden, in einer durch die Fusion gestärkten Position in seinem Markt.

Interview: Katrin Matthes

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