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Nummer 8/2013

Wir verfolgen uns auf Twitter

 

Als Tool ist Twitter für viele Journalisten längst nicht mehr wegzudenken. Aber wie findet man Kollegen und wichtige Multiplikatoren, die einem bei der Arbeit nützlich sein können?

Steffen Büffel berät Verlage und Redaktionen in den Bereichen Workflow, Crossmedia, Social Media und Online-Strategien


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www.media-ocean.de

 

 

Twitter hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Nachrichtenkanal etabliert. Kurz und knapp können nicht nur Verlage und Redaktionen, sondern vor allem auch einzelne Journalisten Markenbildung für sich betreiben, aus dem Alltag berichten oder Breaking News ankündigen. Wer die Medienbranche via Twitter im Blick haben will, braucht neben einem eigenen Profil die richtigen Kontakte. Die drehscheibe gibt in dieser Werkstatt Tipps, wie man bei diesem Kurznachrichtendienst schnell und effizient Kollegen, Meinungsführer und Multiplikatoren ausfindig machen kann.

Tweetranking: Der Twitterempfehl-Dienst

Holger Schmidt, Redakteur des Focus, betreibt privat die Plattform Tweetranking. Dort empfehlen Twitter-Nutzer andere Nutzer, sortiert nach Branchen und Themen. Wer viele Empfehlungen bekommt, landet auf
den Listen weiter oben. Angemeldete Nutzer können selbst Empfehlungen aussprechen oder empfohlen werden. Derzeit zählt der Dienst über 56 000 Empfehlungen. In den Kategorien Journalismus und Medien sind jeweils fast 4000 Twitterer gelistet, in Nachrichten und Internet jeweils über 3000. Zum Thema Social Media sind es über 6800.

Talkabout-Twitterlisten  

Die PR-Agentur Talkabout pflegt auf ihrer Internetseite eine ganze Reihe von Listen, zu denen auch eine gehört, in der twitternde Journalisten und
Medienmarken aus Deutschland aufgeführt werden. Darüber hinaus gibt es weitere Listen zu Pressestellen, Politikern, Bloggern, Verbänden und unterschiedlichen Industrie- und Freizeitbranchen.

Twittlist.de: Deutsche Medien und Medienmacher

Im englischsprachigen Raum ist das Angebot an sortierten Listen für die Medienbranche längst etabliert. Wer auf der Suche nach deutschsprachigen Twitterern ist, musste dort teils deutlich mühsamer die Spreu vom Weizen trennen. Twittlist macht dem ein Ende, indem ausschließlich deutschsprachige Journalisten und Medienmacher aufgeführt werden. Die Stärken von Twittlist liegen darüber hinaus darin, dass nach branchenüblichen Gattungsbezeichnungen und Fachbegriffen sortiert wird und nicht wie bei Tweetranking nach frei definierten Kategorien. So finden sich bei Twittlist eigene Listen für Nachrichtenagenturen, Pressestellen und Branchendienste, für Anzeigenblätter und Medien- Organisationen, für Journalisten, Chefredakteure und Medienmanager. Ergänzend werden in eigenen Rubriken auch Blogger und PR-Agenturen aufgeführt. Neben den reinen Listen wird die Seite zusätzlich durch Interviews aufgewertet. Darin erzählen Twitterer aus dem Medien- und Kommunikationsbereich, warum und wie sie den Kurznachrichtendienst nutzen.

Persönliche Referenz: Deine Follower, meine Follower

Hinter dem Followerprinzip von Twitter steckt eigentlich nichts anderes, als dass Nutzer sich damit handverlesene Quellen zusammenstellen können. Insofern macht es Sinn, auch zu schauen, wem einzelne Twitternutzer aus der Medienbranche denn folgen. Wenn ich zum Beispiel weiß, dass Richard Gutjahr ein intensiver Social Media Nutzer ist und dafür bekannt ist, sehr professionell mit Diensten wie Twitter umzugehen, dann wäre er ein guter Einstiegspunkt. Einfach auf das Profil des Nutzers klicken und unter dem Punkt „Folge ich“ nachsehen, wen er bei Twitter liest. Zusätzlich ist es sinnvoll, zu schauen, ob der Nutzer vielleicht sogar eigene Listen pflegt beziehungsweise abonniert hat.
Im Falle von Richard Gutjahr stößt man so auf mehrere Listen von Christoph Zeuch, der wiederum freier Journalist ist und unter anderem eine Liste mit fast 500 twitternden Journalisten aus Deutschland und der Welt pflegt.

 

 

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