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Nummer 6/2016

Tool zur rechten Zeit

 

Kleine Redaktionen tun sich schwer damit, zur besten Lesezeit Beiträge in sozialen Medien zu posten. Das Tool Buffer kann dabei helfen.

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Sebastian Brinkmann ist Gründer von Journalisten-Tools.de. Er arbeitet hauptberuflich als Director Publishing Services bei der Rheinischen Post Mediengruppe in Düsseldorf.


E-MAIL:

brinkmann@journalisten-tools.de

INTERNET:

www.journalisten-tools.de

 

 

Wie funktioniert Buffer?

Das Prinzip von Buffer ist schnell erklärt: Nach der Anmeldung auf Buffer.com verbindet man die eigenen Twitter-, Facebook-, Google-Plus-, Linked-In- und Pinterest-Accounts und stellt ein, zu welchen Uhrzeiten Beiträge gepostet werden sollen. Die Anzahl der täglichen Beiträge und die Uhrzeiten können dabei je nach Kanal variieren. Künftig kann man Beiträge in Ruhe erstellen und diese nach und nach posten lassen. So werden die eigenen Follower beziehungsweise Facebook-Freunde auch am Wochenende oder früh morgens mit neuen Inhalten versorgt – auch wenn die Redaktion verwaist ist. Buffer eignet sich ebenso für freie Journalisten als auch Blogger, die regelmäßig Lesetipps posten möchten.

Facebook und Twitter erlauben zwar selbst, Beiträge zu timen. Bei Buffer aber kann der User einen Beitrag direkt für mehrere soziale Netzwerke verfassen. Dabei sollte man allerdings die Unterschiede im Auge behalten: Während Facebook bei einem Link automatisch einen Teaser mit Überschrift und Anriss anzeigt, ist das bei Twitter nicht so. Dort steht nur der Link, den der User in seinem Tweet selbst erklären muss. Auch die Zielgruppen unterscheiden sich, weshalb die Ansprache entsprechend angepasst sein sollte. Mit dem kostenfreien Buffer-Dienst Pablo lassen sich zudem sehr einfach Bilder mit Text ergänzen und für Facebook- oder Twitter-Beiträge nutzen. Bekanntlich werden Beiträge mit Bild von Usern besser wahrgenommen.

Welcher Post war erfolgreich?

 Dank der Statistikfunktion von Buffer kann man später nachschauen, welche Beiträge besonders gut weiter geteilt beziehungsweise gelikt oder retweetet wurden. Diese kann man dann auf Knopfdruck erneut in die Buffer-Warteschlange legen. Fairerweise sollte man solche Archiv-Posts entsprechend kennzeichnen, weil sich die eigenen Anhänger sonst verwundert die Augen reiben.

Selbstredend hat man über die Web-Oberfläche von Buffer die Warteschlange der eigenen Kanäle ständig im Blick und kann einfach per Drag-and-drop Beiträge zwischen den Slots hin- und herschieben. Neue Beiträge erscheinen zunächst am Ende der Warteschlange. Buffer lässt sich im Browser oder über die kostenfreien iOS- beziehungsweise Android-Apps steuern. Für die gängigen Browser gibt es Erweiterungen, um einen Link schnell posten zu können. Das ist praktisch, weil man so mehrere Links auf einmal einstellen kann, ohne den eigenen Followern beziehungsweise Freunden alle Links im Stakkato um die Ohren zu hauen.

Preise

Buffer ist in der Basisversion kostenfrei. Dann kann man allerdings nur einen Social-Media-Account pro Netzwerk anlegen und nur zehn Beiträge in die Warteschlange legen. Wer mehr braucht, greift zum „Awesome“-Tarif, der 10 US-Dollar pro Monat oder 102 US-Dollar pro Jahr kostet. Dann sind 10 Accounts pro Social Network und jeweils 100 Beiträge in der  Warteschlange möglich. Auf die Weise lässt sich Buffer für Online-Portale einsetzen, die zum Beispiel pro Ressort einen Account haben und einen allgemeinen.

„Großartig“ ist nicht nur der Name des kleinsten kostenpflichtigen Tarifs, sondern auch der Support von Buffer: Auf E-Mails erhält man sehr schnell kompetente Antworten, und falls die eigene Kreditkarte klemmt, schenkt einem Buffer erst mal zwei kostenfreie Nutzungswochen, um das Problem in Ruhe zu klären.

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