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Nummer 3/2016

Listen für die Recherche

 

Mit Listen lassen sich auf Facebook und Twitter neue Beiträge gut ordnen. Sie werden damit gebündelt und übersichtlich angezeigt.

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Christina Quast lebt als freie Journalistin im Ruhrgebiet und ist auf Twitter spezialisiert. Sie gibt auch Social-Media-Seminare und organisiert Barcamps.


E-MAIL:

c_q@about.me

INTERNET:

www.about.me/C_Q

 

 

Für die Themenrecherche bieten Listen zahlreiche Vorteile: Die Facebook-Seiten oder Twitter-Profile von relevanten Quellen können thematisch zusammengefasst werden – zum Beispiel die von Firmen, Parteien oder Sportlern, die für die Redaktion interessant sind. Listen lassen sich getrennt vom allgemeinen News Feed anzeigen und beinhalten nur Beiträge der hinzufügten Mitglieder. So können Themen oder Akteure gezielt beobachtet werden.

Durch Listen lassen sich auch berufliche und private Beiträge im eigenen Facebook- oder Twitter-Account besser trennen, sodass die Beiträge von Polizei und Parteien nicht mehr zwischen den Neuigkeiten von Freunden und Familien erscheinen. Besonders wichtig und von Vorteil ist, dass man Facebook-Seiten oder Twitter-Profile nicht „liken“ oder ihnen folgen muss, um sie einer Liste hinzuzufügen. Journalisten müssen also nicht als sichtbare Fans oder Follower von Parteien, Vereinen oder Firmen auftreten.

Facebook-Listen

Die Listen-Funktion sollten Journalisten nutzen, um nicht jede Facebook-Seite, die als Quelle interessant scheint, mit „Gefällt mir“ markieren zu müssen. Neue Listen werden im Menüpunkt „Interessen“ in der linken Spalte oder unter einem Link (siehe unten) erstellt.

Zunächst können Listen-Mitglieder aus den Facebook-Seiten, die bereits mit „Gefällt mir“ markiert sind, ausgewählt werden. Anschließend muss man entscheiden, wie die Liste heißen soll – zum Beispiel „Firmen in XY“ oder „Politiker im XY-Landtag“ – und für wen sie bei Facebook sichtbar sein soll: für mich, für Freunde oder für alle. Nachdem die Liste erstellt ist, können weitere Facebook-Seiten, die nicht mit „Gefällt mir“ markiert sind, per Namenssuche ergänzt werden. Übrigens erfahren Facebook-Seiten nicht, dass sie Mitglied einer Liste sind.

Um eine Liste zu lesen, klickt man auf den Namen in der linken Spalte. Es sind nur Beiträge von Listen-Mitgliedern zu sehen – leider nicht immer vollständig. Denn auch hier entscheidet der Facebook-Algorithmus, welche Beiträge im News Feed der Liste angezeigt werden.

Twitter-Listen

Auch bei Twitter ist es egal, ob man den Twitter-Profilen, die man in einer Liste zusammenfassen möchte, folgt oder nicht. Jedes Twitter-Profil kann über das Rädchen-Symbol neben dem „Folgen“-Button einer Liste zugeordnet werden – mit der Option „Den Listen hinzufügen oder daraus entfernen“. Nun kann das Twitter-Profil zu einer vorhandenen Liste hinzugefügt werden oder es kann eine neue Liste erstellt werden. Neue Listen müssen benannt und als privat oder öffentlich markiert werden. Alle Tweets der Listen-Mitglieder werden angezeigt, wenn man über das eigene Profilbild den Menüpunkt „Listen“ auswählt. Mit zusätzlichen Programmen wie „Tweetdeck“ können auch mehrere Listen gleichzeitig betrachtet werden.

Für die Recherche empfehlen sich private Listen, denn sie sind nicht von anderen Nutzern einsehbar, und die Twitter-Profile erhalten keine Benachrichtigung über ihre Mitgliedschaft in der Liste. Wenn eine Liste öffentlich ist, erfahren alle Mitglieder auch den Namen der Liste.

Listen suchen

Öffentliche Twitter-Listen können mit Google gefunden werden. Dazu muss die Suche mit speziellen Befehlen auf Twitter eingegrenzt werden. Das funktioniert so: Geben Sie „http://twitter.com/*/lists“ bei Google-Suche ein und ergänzen Sie den jeweiligen Suchbegriff, durch ein Leerzeichen getrennt. Dann ermittelt Google ausschließlich Twitter-Listen, die den Suchbegriff im Namen haben. So lassen sich weitere Quellen finden, und es ist möglich, auch den schon vorhandenen öffentlichen Listen zu folgen.

Link:

www.facebook.com/bookmarks/interests

 

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