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Nummer 14/2013

Intelligente Bilder

 

Mit dem Social-Media-Dienst Thinglink lassen sich Online-Bilder mit Informationen anreichern – eine nützliche Erweiterung der Erweiterung der Funktion von Bildunterzeilen.

Steffen Büffel berät Verlage und Redaktionen in den Bereichen Workflow, Crossmedia, Social Media und Online-Strategien


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„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – dieser Spruch ist im Zusammenhang mit der journalistischen Berichterstattung nicht immer von Vorteil. Schließlich sind der Kontext und der Inhalt eines Bildes nur selten eindeutig oder selbsterklärend. Fotos, Bilder, Grafiken bedürfen der Erläuterung und Einordnung. Die Bildunterzeile ist also mindestens genauso wichtig wie das visuell Dargestellte selbst. Der Dienst Thinglink erweitert die Idee der Bildunterzeile für die Verwendung im Online-Bereich um zahlreiche Funktionen, die es Online-Redaktionen ermöglichen, visuelle Informationen interaktiv umzusetzen und so den Nutzern Mehrwerte zu liefern.

Was ist Thinglink?

Thinglink ist ein webbasierter Dienst, bei dem das Veröffentlichen und Anreichern von Bilddateien mit weiterführenden Informationen wie Links, Schlagworten und Erläuterungen im Zentrum stehen. Gleichzeitig ist Thinglink aber auch ein soziales Netzwerk, das es seinen Nutzern gestattet, sich miteinander zu vernetzen, sich gegenseitig zu folgen und die Inhalte anderer zu kommentieren und zu teilen. Für Redaktionen stellt der Dienst eine einfache und elegante Möglichkeit dar, Artikelfotos, Infografiken oder Schaubilder für die Online-Leser mit zusätzlichem Nutzwert zu versehen.

Wie funktioniert der Dienst?

Zunächst muss man sich für den Dienst registrieren. Anschließend können auf unterschiedlichen Wegen Bilddateien in das Profil hochgeladen werden. Neben Bildern vom eigenen Rechner können auch welche aus dem eigenen Facebook- Account, einem öffentlichen Flickr-Profil oder einer beliebigen anderen Internetadresse importiert werden. Nach dem erfolgreichen Upload kann im Bearbeitungsmodus das Anreichern der Bilder beginnen. Dazu klickt man den Bereich im Foto an, der mit zusätzlichen Informationen versehen werden soll. Der Editor umfasst drei Funktionen. Zum einen lässt sich jede Markierung mit einer Internetadresse verknüpfen, zum anderen kann in einem Eingabefeld erläuternder Text hinzugefügt werden. Mit einem von derzeit 21 vorgegebenen Icons kann zusätzlich kenntlich gemacht werden, ob die Verlinkung zum Beispiel auf ein anderes Foto, ein Video, eine Person oder einen Inhalt auf Twitter oder Facebook verweist. Zu den Icons gehören einfache farbige Markierungen. Die Größe der rechteckigen Markierungen kann durch einfaches Klicken und Ziehen variiert werden. Die Zahl der Markierungen je Bild ist nur durch die Fläche des Bildes begrenzt.

Welche Verwendungsmöglichkeiten gibt es?

Statt einer in sich geschlossenen Bildunterzeile, die sich allgemein auf das vollständige Foto oder die Grafik bezieht, hilft Thinglink Redaktionen, in visuellen Darstellungen präzisere Angaben zu machen. In Gruppenfotos etwa lassen sich mit dem Dienst Personen markieren und zu jedem Einzelnen zusätzliche Informationen in Form von Text und Links auf weiterführende Informationen hinterlegen. Gleiches gilt für Erklärgrafiken, bei denen die Erläuterungen nicht mehr zwingend in einen externen Text oder eine Legende ausgelagert werden müssen, sondern direkt in die Datei selbst integriert werden können. Topografien lassen sich mit Thinglink schnell und einfach um Ortsmarken ergänzen, um zum Beispiel die Badeseen der Region, die Standorte von Blitzanlagen, geplante Bauflächen für Windkrafträdern oder dergleichen verständlich zu visualisieren.

Wie können die angereicherten Bilder verwendet werden?

Wie viele andere Social-Media-Dienste gestattet Thinglink die Einbindung der Inhalte auf externen Seiten. Dazu muss lediglich der Code zum Einbetten aus dem eigenen Thinglink-Profil kopiert und im Content-Management- beziehungsweise Redaktionssystem für die Website eingebunden werden. Im Grunde funktioniert das Einbetten nach dem gleichen Prinzip wie bei der Übernahme eines YouTube-Videos in die eigene Website.

Was kostet die Nutzung?

Für Privatpersonen ist die Nutzung kostenlos. Für Verlage bietet Thinglink ein spezielles, aber ebenfalls kostenloses Basispaket an. Im Unterschied zum Privatprofil wird hierbei ein rudimentäres Analyse- und Auswertungswerkzeug freigeschaltet. In den beiden kostenpflichtigen Paketen für Verlage stehen zusätzlich Team- und Gruppenfunktionen, erweiterte Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten sowie die Anbindung an eigene Ad-Server zur Verfügung. Die Kosten für das Premiumpaket liegen bei 250!US-Dollar je 50.000 Klicks auf Fotos im eigenen Profil. Die Vertragslaufzeit beträgt ein Jahr. Bei mehr als einer Million Klicks müssen die Konditionen eigens angefragt werden.

Fazit

Informationen, die man umständlich mit vielen Worten im Fließtext oder in der Bildunterzeile unterbringen müsste, lassen sich mit Thinglink direkt ins Bild integrieren. Bedienung und Funktionsumfang sind sehr einfach und leicht verständlich gehalten, sodass kein technisches Hintergrundwissen erforderlich ist. Mit wenigen Mausklicks sind Artikelfotos und Infografiken um wertvolle Informationen erweitert. Nachteilig ist, dass die Benutzeroberfläche derzeit nur in englischer Sprache vorliegt. Lobenswert ist, dass Thinglink bereits im Basispaket Verlagen Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten an die Hand gibt.

Kommentar

Kommentar von Nadja | 08.10.2014

Hallo,

vielen Dank für den Artikel.

Die Nutzungsbedinungen sind mir noch nicht ganz klar.

In den Terms of Use steht: "Use of the ThingLink Standard Account is free.
An important point for you to understand and accept is that the ThingLink Standard Account cannot be used for commercial purposes. If you wish to use the ThingLink service for commercial purposes, you must sign up to one of the ThingLink for Businesses accounts."

Bedeutet ergo das (kostenfreie?!) Upgrade im Buisness Free Account, dass ich es in der Redaktion verwenden kann?

Vielen Dank!