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Nummer 08/2015

Facebook wird journalistisch

 

Die vor Kurzem angekündigten neuen Features des sozialen Netzwerkes kommen vor allem Journalisten, Redaktionen und Verlagen zugute.

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Steffen Büffel berät Verlage und Redaktionen in den Bereichen Workflow, Crossmedia, Social Media und Online- Strategien.


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Instant Articles
Mit der Ankündigung, Instant Articles einzuführen, sorgte Facebook vor Kurzem für Aufsehen in der Verlagsbranche. Instant Articles sind redaktionelle Beiträge von professionellen Medien marken, die in voller Länge auf Facebook publiziert werden können. Das Besondere daran: Die Artikel werden bei Facebook gehostet und dürfen von den Verlagen selbst vermarktet werden. In einer öffentlichen Mitteilung von Facebook ist zu lesen, dass die Werbeeinnahmen beim Verlag bleiben und Facebook kein Geld dafür verlangt (siehe auch Seite16). Nach eigenen Angaben erhofft sich das Unternehmen im Gegenzug eine höhere Verweildauer der User in seinem Netzwerk.

Erste Beispiele für Instant Articles gibt es von renommierten Medien wie etwa der New York Times, dem National Geographic oder von The Guardian. Die Artikel erinnern an Multimedia-Scrollreportagen. Text, Typografie, Weißraum, großflächige Fotos und Bilderstrecken sowie Video- und Audio-Elemente werden dabei in einer langen, scrollbaren Seite arrangiert. (Beispiele siehe Linkkasten unten). Um die dort gelisteten Geschichten auch tatsächlich live ansehen zu können, muss via iPhone mit der aktuellen Version der Facebook-App darauf zugegriffen werden. Für andere Handy-Betriebssysteme und die Desktop-Variante von Facebook sind die In stant Articles derzeit noch nicht verfügbar.

Autorenzeile
Neben den Instant Articles hat Facebook mit dem neu gelaunchten
„Author Tag“ noch eine Funktion eingeführt, die es Journalisten und Redaktionen ermöglicht, mehr Reichweite zu erzielen. Vereinfacht gesprochen handelt es sich dabei um die Einführung einer Autorenzeile. Wird ein Beitrag auf einer Facebook-Seite oder in einem persönlichen Profil geteilt, erscheint bei aktiviertem „Author Tag“ der Name des Autors oder der Medienmarke direkt am Artikel. Voraussetzung ist, dass auf der Website des Mediums oder des Journalisten im HTML-Code der Meta-Tag für „Author“ (für den einzelnen Journalisten) oder der Meta-Tag „Publisher“ (für den Namen der Medienmarke) integriert wurde. Denn nur dann kann Facebook den Namen auslesen.

Folgende Code-Zeilen müssen im Quellcode der Website im Bereich für die Meta-Informationen eingebaut werden, um die Funktion zu aktivieren.

<meta proper ty=“ar t icle:publisher“
content=“http://www.facebook.com/URLDERFACEBOOKSEITE“/>

<meta property=“author“ content=“http://
www.facebook.com/URLDESFACEBOOKPROFILS“/>

Einige Journalisten nutzen zur Darstellung ihrer Arbeit keine Facebook-Seite, sondern ein Personenprofil. In diesem Fall ist es empfehlenswert, die „Abonnieren“-Funktion in den Einstellungen zu aktivieren. Öffnet ein Facebook-Nutzer einen Beitrag über die Autorenzeile, wird es für ihn einfacher, den Inhalten des Autoren zu folgen.

Gespeicherte Antworten
Eine weitere Neuerung bei Facebook namens „gespeicherte Antworten“ dürfte insbesondere die Arbeit von Community-Managern erleichtern, die die Fanseite der Zeitung oder des Verlags betreuen. Beim Verfassen von Antworten auf
Direktnachrichten von Lesern können nämlich seit Kurzem Standard antworten auf wiederkehrende Fragen gespeichert und Anfragen somit schneller bearbeitet werden.

Nützlich beim Erstellen neuer Standardantworten ist, dass sich diese mithilfe vordefinierter Felder personalisieren lassen. Möglich sind derzeit die Personalisierung von Vor- und Nachnamen des Nutzers und des antwortenden Administrators, die Website-Adresse oder die Postanschrift des Seitenbetreibers. Zu finden sind die gespeicherten Antworten im Postfach für Nachrichten, die an die Seite adressiert wurden. Öffnet man dort eine der eingegangenen Nachrichten, erscheint der Bereich für das Verwalten der gespeicherten Antworten. Das neue Feature wird nach und nach auf den Fanseiten freigeschaltet.

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