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Lokaltipp Extra: Bürgerprotest

Ob gegen Stuttgart 21, gegen die Atomkraft oder die neue Straßenführung – allerorten artikulieren Bürger ihren Protest. Ob das Aufbegehren mit dem Widerstand gegen den Stuttgarter Bahnhofsumbau eine neue Dimension angenommen habe, sei dahingestellt. Ebenso die Frage, ob es den neuen Typus des Wutbürgers wirklich gibt und ob er eher für Politikverdruß oder für eine neue Politisierung der bürgerlichen Sphäre steht. Fakt ist: Die Lokalzeitungen müssen sich mit den Protesten und dem Engagement der Bürger in der Region auseinandersetzen und die Konflikte begleiten, moderieren. Das war schon immer so. Neu ist allerdings, dass sich der Protest auch im Internet, insbesondere in den sozialen Netzwerken artikuliert. Hier finden die Debatten statt. Was ist dann noch die Aufgabe der Lokalzeitung? In der Extra-Ausgabe (7/2011) der drehscheibe geht es um diese Frage. Hier gibt es noch mehr zum Thema:

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Parkschützer Stuttgart21

Protest im Netz 2

„Social Media kann unglaublich mächtig werden“

Seit den Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 wird aufgeregt über den im Internet organisierten Widerstand diskutiert. Doch wie wichtig ist er wirklich? Die drehscheibe befragte sechs Blogger, die rund um den Bahnhofsbau in Stuttgart im Internet aktiv waren. Dabei interessierte besonders auch die Perspektive vor Ort: Wie sehen Blogger eigentlich Lokaljournalisten? Eine Umfrage – natürlich per Mail. Außerdem die Zusammenfassung einer Diskussion der befragten Blogger zum Thema Gegenöffentlichkeit im Internet.

Martin Huber, Geschäftsführer von myheimat

Bürgerreporter

„Ein Seismograf für die Stimmungen in der Region“

Während soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter Plattformen darstellen, auf denen sich der Unmut der Bürger vor Ort artikuliert, gilt das Bürgerreporter-Netzwerk myheimat als "www.heile-welt.de", wie es die taz einmal formulierte. Stimmt das oder sollte Journalisten auch die hyperloklen Communitys bei myheimat im Blick haben, wenn sie wissen wollen, was in der Region los ist? Die drehscheibe sprach darüber mit Dr. Martin Huber, dem Geschäftsführer von myheimat.

Peter Taubald ist Chefredakteur der Madsack-Heimatzeitungen

Bürgerreporter 2

„Auch auf myheimat gibt es Debatten“

Auf dem Mitmachportal myheimat spielt Politik eher eine untergeordnete Rolle. Die Nutzer suchen hier meistens Spaß, Unterhaltung und Kommunikation. Peter Taubald, Chefredakteur der Madsack-Heimatzeitungen, arbeitet seit einigen Jahren mit der Bürgerreporter-Plattform zusammen und erläutert, warum sich auf dem Portal so wenig Protest artikuliert. Dennoch sieht Taubald in myheimat das Potential für politische Debatten im Lokalen.

Heiner Geissler

Stuttgart 21

„Die Leute waren zu Recht wütend“

Heiner Geißler war lange Jahre Generalsekretär der CDU und von 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit. Fiel er früher mit starken Sprüchen gegen seine linken politischen Gegner auf, wandelte er sich mit der Zeit. Im Jahr 2007 wurde er sogar Mitglied in der globalisierungskritischen Vereinigung Attac. Zuletzt war er Vermittler im Streit um den Umbau des Stuttgarter Bahnhofs. Die drehscheibe sprach mit ihm über Stuttgart 21, wachsende Bürgerproteste und darüber, welche Rolle Lokalzeitungen darin spielen könnten.

Social Media Cloud

Werkstatt Social Media

Aufstand im Web 2.0

Eine Facebook-Seite gegen ein lokales Bauvorhaben kann über Nacht Tausende Fans gewinnen, ein Youtube-Video einen Skandal entfachen und eine Twitternachricht in kürzester Zeit Menschen zu einer Protestaktion mobilisieren. Wer wissen will, was die Bürger aufregt, sollte daher auch die sozialen Medien beobachten. Sechs Tipps vom Social-Media-Experten Steffen Büffel.

Lothar Frick

Video-Interview mit Lothar Frick

„Die Lokalzeitungen hatten einen Informationsvorsprung“

Er war der Koordinator des Schlichters: Lothar Frick, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg, wurde im Oktober 2010 vorübergehend Leiter des Büros von Heiner Geissler, der als Schlichter in der Auseinandersetzung um Stuttgart 21 berufen worden war. Die drehscheibe sprach mit Frick über die Rolle der Medien in dem Konflikt und während der Schlichtung.

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Main-Post

Die Umgehungsstraße

Nicht nur gegen Großprojekte wie Stuttgart 21 oder den Flughafen in Frankfurt am Main gehen Bürger auf die Straße. In der Gegend um Würzburg erregt seit vielen Jahren die geplante Westumgehung die Gemüter. Die Main-Post berichtet seit langem ausführlich darüber.

Tobias Weckenbrock, Ruhr Nachrichten

Protest im Netz 1

Mittendrin statt nur dabei

Zeitungen sollten über Bürgerprotest nicht nur berichten, sondern auch aktiv die sozialen Medien einbinden. Tobias Weckenbrock, leitender Redakteur bei den Ruhr Nachrichten, erläutert, welche Herausforderungen das Netz an die Lokaljournalisten stellt und gibt Tipps, wie Bürger ihren Protest in den Medien platzieren können.